Kraut oder Rüben: Der digitale Medienaufbruch hängt zwischen Crowdsourcing und Ankündigungsjournalismus [UPDATE]

Kraut und Rüben Krautreporter Online-JournalismusOnline-Journalismus ist in Deutschland auf einem beständigen Weg. Einem beständig traurigen. Das hat wahrscheinlich nicht mal etwas mit den Anfängen und dem Verlauf zu tun, welche die publizistischen Angebote, bezahlt und kostenlos, seit der allgemeinen Verfügbarkeit des Internet hierzulande durchlaufen haben. Dabei möchte ich nur kurz an die Anstrengungen für Bezahlgates, etwa denen des Handelsblatt und weiteren erinnern. Inzwischen ist nun auch Springer mit Bild Plus am Paywall-Start, wenngleich im Zuge der rührenden Gasthospitanz von Chefredakteur Kai Dieckmann, der dafür eigens mit Kind und Kegel auf Zeit in die digitale Sphäre des Silicon Valley umsiedelte. Nun haben sich unter großer Anteilnahme der Medien(-magazine) die Krautreporter mit einem neuen Finanzierungsprojekt an eine digitale Teilöffentlichkeit gewandt, um zahlende Leser zu gewinnen. Es soll

„Emotional, relevant, journalistisch“

zugehen. Ein solches Angebot ist interessant im Zuge diverser, partikularer und konzertierter Anstrengungen, so etwa der The Huffington Post Deutschland.

Ich meine aber: Angesichts des Postulats des eigenen Anspruchs und künftigen Umfangs ist es kaum abzusehen, ob dies ein Erfolg wird – besonders für tatsächlich interessierte Leser. Das eine ist es, die neue Union ambitionierter, manchmal herumkreiselnder Digitaljournalisten neben individuellen Vergütungssystemen wie Flattr einmal mittels einer fixen Idee eines Mediums zu unterstützen. Das andere aber wird es sein, hierin eine Alternative zu entdecken, die das bisherige Angebot leserorientiert ergänzt oder sogar aufwertet.

Jetzt mag man meinen, bei allem Niedergang der Tageszeitungen und schwindender Fachmagazine sei dies die richtige Form des medialen Ablasses, den wir verdient haben des digitalen Journalismus, der die Zukunft gehöre. Schmeißen doch die bösen Medien-Investoren Verleger ihre fest angestellten Redakteure in immer neue Konstruktionen an Auffanggesellschaften und Zeitungsredakteur-Pools. Und das allein des Profits wegen. Dabei liefen schwach bis uninteressierte Leser entweder im Laufe der letzten 15 Jahre in Scharen weg oder es kommen teils zu wenige, teils keine Käufer neuen aus den nachwachsenden Generationen hinzu. Dies ist allerdings mitnichten allein die Schuld der Anbieter gedruckter oder online verfügbar gemachter, aktueller Nachrichten- und angelehnter Informationsangebote. Vielmehr wandeln sich die Interessen der Konsumenten laufend schneller – oder werden seitens der Hersteller mobiler Geräte wie E-Reader, Smartphones, Tablets und bevorstehender Smart Devices in diese Neugier getrieben. Was eben noch Second Screen-Phänomen war, ist inzwischen zur Selbstverständlichkeit geworden. Was sich heute immer noch als Second Screen verbreitet, kann morgen schon nicht wegzudenkender Bestandteil eines Personal Main Screen, vielmehr von AnyScreen [UPDATE 13.06.2014], sein. Liefen Facebook und Twitter zuletzt noch auf dem Connected Device während des Tatort, ist heute im Smart TV bereits voll integriert. Und damit meine ich nicht solche fast schon rührende Videotext-Seiten á là „Teletwitter„.

Der Online Journalismus ist kaputt – NOT.

Zuletzt haben etliche traditionelle Medien, so etwa stern und ZEIT Online, schwerpunktmäßig investigativ recherchierende Teams verstärkt und angekündigt, die Ressorts kontinuierlich sowohl um digital/technologische als auch netzpolitische Themen zu erweitern. Meines Erachtens ist das der richtige Weg, um nicht nur mit der Zeit zu gehen, Leser zu halten, sondern auch, um neue zu gewinnen, die bisher Blogs gelesen oder sich überhaupt nicht für herkömmliche Medienangebote interessiert haben. Selbst Fernsehsender, öffentliche-rechtliche Sendeanstalten!, setzen erst behutsam, nun immer fokussierter auf Blogs, mehr Freiheiten für ihre Korrespondenten bei Twitter. Herausragendes Beispiel sind die Aktivitäten der Nahost-Korrespondenten der ARD, unter anderem im Blog des Studio Tel Aviv sowie auf Twitter durch Markus Rosch und Richard C. Schneider vom Fernsehen, Torsten Teichmann und Christian Wagner vom Hörfunk. Die Berichterstattung mündete zuletzt in der ebenso informativen wie umfassenden Dokumentation des Reportage-Projekts „Zwischen Hoffnung und Verzweiflung – der neue Nahe Osten“ von TV-Journalist Schneider zusammen mit Kollege Jörg Armbruster.

Zudem gibt es zahlreiche, seit Jahren digital orientierte, mitunter auf eigene Faust twitternde und Facebook-nutzende Redakteure, die ihre Artikel, daneben Links, Beobachtungen und Meinungen handwerklich einwandfrei aufbereitet verbreiten, so etwa Sven Stein vom Ressort der „BILD Digital„, Dr. Michael Spehr von der F.A.Z., Dirk Liedtke beim stern und der „Gadgetinspektor“ Thomas M. Kuhn aus der Wirtschaftswoche-Redaktion.

Daher meine ich, dass es ein neues Angebot nicht braucht, nicht zur Reparatur eines vermeintlich defekten Onlinejournalismus und auch nicht im – vielleicht auch nicht beabsichtigten – Nebeneffekt eines Druckmittel auf traditionelle Medien. Solange letztere – noch – die Zeichen der Zeit erkennen. Auch wenn diese schlecht zahlen oder unregelmäßig beauftragen und das Auftragsvolumen deswegen für viele, besonders freie Journalisten zusammen nicht reicht. Vielmehr bin ich überzeugt, dass Verlage unter den bekannt schwierigen Bedingungen in der Lage sein werden, mit weniger Formaten, Titeln und Plattformen einen Auftrag zu erfüllen und gesellschaftliche, soziale und politische Aufgaben der Information und Kontrolle per Berichterstattung weiterhin zu erledigen. Klar male ich hier ein Bild der schönen neuen Welt. Doch nur die Hoffnung darauf braucht es noch nicht, denn die Realität der vorhandenen Medien im Wandel ist chancenreich und positiv. So lohnt es sich 2014 immer noch, eine Tageszeitung aus dem Qualitätssegment zu abonnieren oder im Straßenverkauf zu erwerben. Oder in deren App zu bezahlen.

Neues Etikett, neuer Schlauch – aber der Wein?

Was mich besonders wenig überzeugt, betrifft im Prinzip der Kern eines Mediums: die geplante thematische Ausrichtung, gepaart mit dem ressortseitigen Anspruch, auch vor dem Hintergrund der bisherigen inhaltlichen Schwerpunkte der benannten Redaktionsmitglieder. So wirkt es auf dem Papier der Einsteigsseite wie ein allzu buntes Sammelsurium irgendwo zwischen einem Schwerpunkt Gesellschaft plus Politik bei wenig Wirtschaft und Ausland, Investigativjournalismus neueren Typs sowie Medien-Beleuchtung. Und viel digital Digitalem. Das reicht mir so nicht. Ebenso wenig sind vier Stories zu wenig für ein Medium, dass immerhin 900.000 Euro p.a. einsammeln will, über den Preis von 60 Euro pro Leser und Jahr.
– Ich werde Krautreporter nicht unterstützen.

UPDATE – 13.06.2014

Chapeau: Das Projekt hat nach einem furiosen Schlussspurt, unter anderem dank massiver Unterstützung durch Mehrfacherunterstützer wie der Rudolf Augstein Stifung, das angepeilte Finanzierungsziel von 15.000 Förderererreicht. Dem zolle ich Respekt. Dennoch bleibe ich dabei: Mit dem derzeitigen journalistischen Qualitätsangebot wird ein breites Spektrum der Berichterstattung, auch mit investigativem Anspruch, abgedeckt, dass von geneigten Lesern und Nutzern erst einmal entdeckt werden will.

UPDATE – 05.01.2015

Nach 3 Monaten Prolog hat Marc Wickel genauer hingeschaut, dabei in seinem Blog „Kraut von Rüben sortiert – Krautreporter durchgezählt [übrigens ein schöner Titel von Marc 😉 ] – und ist enttäuscht über den bisherigen Einsatz der von ihm favorisierten Journalisten:

Meine Meinung: Schlechte Recherche bei zu vielen Texten. Und den Rest finde ich größtenteils langweilig. Gut, das mit dem langweilig kann passieren und ist auch eher mein Geschmack. Ich hatte mir eben mehr Beiträge von Jens Weinreich […], Richard Gutjahr […] oder Thomas Wiegold […] erwartet. Und bei den Stücken, die ich mal gelesen habe […], habe ich bei zu vielen den Eindruck, dass die auch genauso gut in den Blogs der Autorinnen und Autoren hätten stehen können.

Soviel Tiefe traue ich mir nicht zu, da nur gelegentlich per RSS-Reader mitlese. Nur soviel: Es entspricht exakt meinen zuvor skizzierten Erwartungen.

– Titel / Foto: GEO

Advertisements

Mediale Impressionen: Microsoft So.cl., Tablet-PC und Kinder

What’s news? – vielmehr: where’s the beef? Was sind die weltweit gerade angesagten Themen, wie sehen die globalen Trending Topics aus der Timeline aus? Bei der Vielzahl an Plattformen, auf denen Nutzer und Kontakte gerade Themen diskutieren, gibt es sicher mehrere Optionen, das große Ganze im Blick zu behalten. Zwei Ansätze dazu – ein funktionaler, nämlich per Smartphone App, so etwa via News.me oder, neuerdings, Everyme, ein neuer technischer: „So.cl“ Social Search, irgendwo auf auf dem Weg zum andeutungsweise sichtbaren Web. 3.0. Am Wochenende hat nun die Forschungsabteilung der FUSE Labs von Microsoft Research das neue Projekt So.cl (sprich: “Social”) für eine breite Öffentlichkeit bereitgestellt, das die Funktionalität eines soziales Netzwerks mit sozialer Suche sowie Video-Chatrooms zusammenbringt.
Im Mittelpunkt von So.cl steht die Suchleiste. Darüber kann nach Begriffen gesucht, Bilder angesehen oder auf der Explorer-Seite Videos und Fotostrecken, die andere Nutzer erstellt haben, geteilt oder entdeckt werden. Das Besondere: Alle Beiträge und Suchen sind öffentlich, sofern das Teilen nicht deaktiviert ist. Die Datenschutz-Richtlinie macht schon bei der Anmeldung deutlich, dass jede Information auf Facebook und via Twitter weitergegeben werden kann und – zweifelsfrei – auch wird.
Das Layout ähnelt Status-Updates auf Facebook und Google Plus, gepaart mit dem Look der Foto-Boards auf Pinterest. Daneben gibt es einen Video-Chatroom, wo Nutzer eine Video Party organisieren können, um mit Freunden oder interessierten Nutzern online Videos anzuschauen und per Instant Messaging zu diskutieren, ohne mit Freunden via Webcam sprechen zu können.
Ab sofort kann sich jeder bei So.cl anmelden und nach der Bestätigung nutzen. So ähnlich wie die Facebook-Gründer einst hat auch Microsoft Research ihr neues Netzwerk während der Beta-Phase in 2011 zuerst an mehreren Schulen und Hochschulen getestet. Dabei konnten Lernende die Plattform in erster Linie zur Durchführung ihrer Forschungsarbeiten einsetzen.

Wir sind die Digitale Gesellschaft. Und was ist dann die kommende Generation? Eine kleinen Einblick vermittelt die Infografik, die ich heute entdeckt habe. Einige wesentliche Erkenntnisse daraus:

  • Absolut betrachtet: 2 von 5 Kindern (39 Prozent) im Alter zwischen 2 und 4 Jahren haben ein Smartphone oder ein Tablet-PC benutzt – also mehr als nur angesehen.
  • Die Basis ist natürlich die Verfügbarkeit: 7 von 10 Kindern, die in einem Haushalt leben, der über mindestens ein Tablet-PC verfügt, nutzt dieses auch.
  • Frühkindliche Prägung ist steuerbar: Offenbar hat reine Unterhaltung durch Spiele (77 Prozent Nutzung) die Bildung (57 Prozent Nutzung) bei der vorwiegenden Verwendung bereits recht deutlich abgehängt.
    Demnach erscheint es sinnvoll zu differenzieren, dass bei Kindern Spielen und Spiele durchaus unterscheidbare Beschäftigungen sein können…

Tablet-PCs Die neuen Kindermädchen

– Quelle: Schools.com

The Next Web Means Every Next Digital Story #TNW2012 @Amsterdam

  1. Share
    Steve Keil – „We aren’t people, we are resources“ – Keynote from #TNW2012 tnw.to/1EBxY by @BradMcCarty
    Thu, Apr 26 2012 14:48:30
  2. Share

    Facebook Apps & Drinks Amsterdam #TNW2012 Great Event, Great Venue @restaurantwerck http://pic.twitter.com/X1RtMY5e
    Thu, Apr 26 2012 13:38:14
  3. Share
    Busy day at #TNW2012 Some great speakers, especially @markran and @brian_wong .. So tired I need a pause button but off out we go
    Thu, Apr 26 2012 14:17:21
  4. Share

    Thu, Apr 26 2012 05:18:03
  5. Share
    Falling in love with Amsterdam again… #tnw2012
    Thu, Apr 26 2012 13:03:40
  6. Share

    Thu, Apr 26 2012 11:56:14
  7. Share
    Andrew Keen at #TNW2012 – Web 3.0 is the era of digital narcissism [Video] tnw.to/1EBly by @BradMcCarty
    Thu, Apr 26 2012 11:44:17
  8. Share

    Thu, Apr 26 2012 09:03:56
  9. Share
    New Facebook Timeline apps roll out at #TNW2012: Le Monde, Canal , JustGiving and more tnw.to/1EBgM by @TGW_Paul
    Thu, Apr 26 2012 10:41:22
  10. Share

    let the games begin (again)! #tnw2012 http://pic.twitter.com/bZlHvlwX
    Thu, Apr 26 2012 07:54:01
  11. Share
    Sticking to the Blue Room today I think. Looking forward to @markran’s talk later today! #TNW2012
    Thu, Apr 26 2012 07:47:35
  12. Share
    Slapped @Boris in the face just before the ticket ban; VIP tickets in the pocket! Thanks @Zee, for breaking into boris‘ laptop 😉 #TNW2012
    Thu, Apr 26 2012 13:03:30
  13. Share

    iPad app explanation. #tnw2012 http://instagr.am/p/J4cGu5S6V5/
    Thu, Apr 26 2012 07:52:39
  14. Share
    @boris & @zee – Hey guys, We just wanted to say thank you for your tweets, and that we are now back online, copygr.am/tag/tnw2012/ #tnw2012
    Thu, Apr 26 2012 07:45:14
  15. Share

    Complimentary issue of WIRED registration #sponsorship #TNW2012 – http://moby.to/2t1q2a
    Thu, Apr 26 2012 07:44:21
  16. Share
    Checking out the live stream for #tnw2012 – bit.ly/IG6cno – will be there tomorrow :). Should be fun and inspiring!
    Thu, Apr 26 2012 07:30:29
  17. Share

    Thu, Apr 26 2012 07:30:02
  18. Share
    At a table near the speakers bar – come grab a tshirt off of us! #tnw2012
    Thu, Apr 26 2012 07:36:10
  19. Share

    „Yo whatup?“ Is how we start a keynote, right @Patrick? #TNWisdom #TNW2012 – http://moby.to/sja560
    Thu, Apr 26 2012 07:28:10
  20. Share
    Interesting to see what #tnw2012 has in store this year.
    Thu, Apr 26 2012 07:19:37
  21. Share

    Snowboarding is allowed #TNW2012 #snowsciety – http://moby.to/ktirbm
    Thu, Apr 26 2012 07:20:23
  22. Share
    @Patrick do you have a twin brother who takes pictures? #tnw2012
    Thu, Apr 26 2012 07:36:20
  23. Share

    Omg! My head on the big screen! And yes: I’m in search for an internship. Who’s in search? #TNW2012 #in http://pic.twitter.com/tZT3bMpH
    Thu, Apr 26 2012 07:19:20
  24. Share
    Front row at the GREEN ROOM. Just had our 5 sec of fame! #lol #TNW2012
    Thu, Apr 26 2012 06:59:26
  25. Share

    Don’t miss Patrick! #tnw2012 – http://moby.to/cc9cxa
    Thu, Apr 26 2012 06:33:59
  26. Share
    Word of the day: tropicalise #tnw2012
    Thu, Apr 26 2012 07:48:10
  27. Share

    „Yo whatup?“ Is how we start a keynote, right @Patrick? #TNWisdom #TNW2012 – http://moby.to/09eiq5
    Thu, Apr 26 2012 06:58:18
  28. Share
    Anyone here using their magical brains to help the education sector? #tnw2012 #edutech
    Thu, Apr 26 2012 07:01:00
  29. Share

    #tnw2012 lunchtime – http://moby.to/vgvsqj
    Thu, Apr 26 2012 06:27:01
  30. Share

    @Snowciety „Path meets Nike meets GPS logging“ wins first round of #TNW2012 Startup Rally. I’m still curiou http://instagr.am/p/J4Rijcqd1Q/
    Thu, Apr 26 2012 06:29:35
  31. Share
    SnowCiety @ tnw2012 startup
    Thu, Apr 26 2012 07:12:40
  32. Share
    Congrats to @timanrebel @snowciety for best of session 1 in the Startup Rally at #tnw2012
    Thu, Apr 26 2012 06:54:24
  33. Share

    #TNWhat? Networking! #TNW2012 – http://moby.to/zs0jyx
    Thu, Apr 26 2012 06:47:01
  34. Share
    #TNW2012 is awesome
    Thu, Apr 26 2012 06:51:33
  35. Share

    Thu, Apr 26 2012 09:46:01
  36. Share

    First day @pancakespitches (http://pancakesAndPitches.com) was killin but great, lots of happy customers, back tomorrow http://instagr.am/p/J4zd2HB7VW/ #tnw2012
    Thu, Apr 26 2012 14:21:19
  37. Share
    IOC social media boss @alexhuot speaking at #TNW2012 later. Hope he addresses ridiculous @London2012 social media rules
    Thu, Apr 26 2012 06:18:30
  38. Share

    Greatly organized lunch #tnw2012 – http://moby.to/icf6x9
    Thu, Apr 26 2012 06:25:08
  39. Share
    Hilary Mason: „Understand the world before you’ll be able to change it.“ #TNW2012 Honger. Oké, let’s change this. Foooooood!
    Thu, Apr 26 2012 06:17:14
  40. Share

    #TNWhat? Lunch is served! #TNW2012 – http://moby.to/pg23yu
    Thu, Apr 26 2012 06:49:02
  41. Share
    Things that people share are rarely things they read. #tnw2012
    Thu, Apr 26 2012 06:26:31
  42. Share

    Thu, Apr 26 2012 13:53:05
  43. Share
    the half life of a shortened link on Twitter is 2.8 hours, Facebook is 3.1 hours #TNW2012
    Thu, Apr 26 2012 06:26:26
  44. Share

    Thu, Apr 26 2012 10:58:22
  45. Share
    What people share is different from what people read #TNW2012
    Thu, Apr 26 2012 06:25:53
  46. Share

    At TheNextWeb 2012 with @babelverse and @tudomudou #tnw2012 http://pic.twitter.com/P3M6cyvM
    Thu, Apr 26 2012 07:22:52
  47. Share
    #tnw2012 iPads are evening devices where iPhones are working hour devices. @hmason
    Thu, Apr 26 2012 06:22:35
  48. Share

    Thu, Apr 26 2012 10:50:16
  49. Share
    When do people use the ipad? More people use it in the evening (in bed consuming) #tnw2012
    Thu, Apr 26 2012 06:20:19
  50. Share

    Thu, Apr 26 2012 07:33:08
  51. Share
    Great insight into changing the world with data by @hmason at #TNW2012
    Thu, Apr 26 2012 06:16:42
  52. Share

    Correlation of devices. #tnw2012 http://instagr.am/p/J4RpEWS3u2/
    Thu, Apr 26 2012 06:21:18
  53. Share
    Bit.ly: We have build the largest database in the history of gossip #TNW2012
    Thu, Apr 26 2012 06:18:28
  54. Share

    How content spreads. By @hmason #TNW2012 http://pic.twitter.com/dLEcXeVT
    Thu, Apr 26 2012 07:22:49
  55. Share
    #TNW2012 bit. ly creates 80m shortened URLs per day
    Thu, Apr 26 2012 06:17:19
  56. Share

    Great data visualisations of how we use the internet, by Hilary Mason from bitly #TNW2012 http://pic.twitter.com/qV7HmI2h
    Thu, Apr 26 2012 06:30:14
  57. Share
    bit.ly was just a sidestory of a product that failed and is now one of the leading url shortener #tnw2012
    Thu, Apr 26 2012 06:12:11
  58. Share

    Impressions from #tnw2012: General design is very nice, see Speakers‘ Bar http://instagr.am/p/J4RpV8Duk6/
    Thu, Apr 26 2012 06:22:59
  59. Share
    Super interesting talk by @ajkeen, followed by an (IMHO) even more interesting talk by @hmason at #TNW2012.
    Thu, Apr 26 2012 06:10:21
  60. Share

    Thu, Apr 26 2012 06:17:10
  61. Share
    The web’s core anyway: „We must keep telling our stories“ – Agreed, @kn0thing #tnw2012
    Thu, Apr 26 2012 04:37:57
  62. Share

    RT @wilg: Andrew Keen #TNW2012 #iPadsketchnote @ajkeen Digital Narcisim – http://moby.to/mx07bf
    Thu, Apr 26 2012 06:31:08
  63. Share
    Allthough i’m not on facebook: Andrew Keen sounds a bit too much like the vicar I used to hear in church. #tnw2012
    Thu, Apr 26 2012 05:59:24
  64. Share

    Thu, Apr 26 2012 04:25:13
  65. Share
    Quote @ajkeen: „Solitude and mystery is critical for the formation of human personality.“ Makes you think…. #TNW2012
    Thu, Apr 26 2012 05:57:46
  66. Share

    Thu, Apr 26 2012 04:26:59
  67. Share
    Andrew Keen: our social data is being leveraged against us. Be wary about what data you share. #TNW2012
    Thu, Apr 26 2012 06:07:49
  68. Share

    Reddit co-founder Alexis Ohanian: Trying to mess with the Internet? Challenge accepted. #TNW… http://bit.ly/Jcktp9 http://pic.twitter.com/5cmzWbED
    Thu, Apr 26 2012 06:05:58
  69. Share
    „Data is the new oil“ – Andrew Keen #TNW2012
    Thu, Apr 26 2012 06:03:46
  70. Share

    @ajkeen #tnw2012 loved the speech and the wellthought arguments http://pic.twitter.com/roySmk7T
    Thu, Apr 26 2012 06:07:02
  71. Share
    „I’m not going to talk about getting on Twitter or FB. If ur not on Twitter or Facebook you’re finished as a business.“ -@ajkeen #tnw2012
    Wed, Apr 25 2012 11:35:51
  72. Share

    So glad I missed that „@claqueur: Is that ny boss on stage? Wearing spandex?! #TNW2012 – http://moby.to/bvzhvi”
    Thu, Apr 26 2012 06:50:42
  73. Share
    Reddit co-founder Alexis Ohanian: Trying to mess with the Internet? Challenge accepted. #TNW2012 tnw.co/IOXV0j
    Thu, Apr 26 2012 06:26:30
  74. Share

    Konference #TNW2012 v plamenech #iMenu @iMenu_cz http://pic.twitter.com/U8cMbv8B
    Thu, Apr 26 2012 07:02:22
  75. Share
    Energetic Alexis Ohanian aka @kn0thing, Reddit co-founder, jumps around the web #tnw2012 – from Cairo traffic to the internet marketplace.
    Thu, Apr 26 2012 04:19:40
  76. Share
    Matt Barrie @ tnw2012 keynote
    Thu, Apr 26 2012 05:56:57
  77. Share

    Have a blast you guys! „@TNWconference: About to start! So exciting! #TNW00t #TNW2012 – http://moby.to/pcull6“ / cc @Dan_Fennessy @donritzen
    Thu, Apr 26 2012 06:49:46
  78. Share

    Thu, Apr 26 2012 04:00:22
  79. Share
    Piet Hein van Dam @ tnw2012 keynote [Video] tinyurl.com/7ghlk8d
    Thu, Apr 26 2012 06:25:07
  80. Share
    Piet Hein van Dam @ tnw2012 keynote
    Thu, Apr 26 2012 05:03:59
  81. Share

    Epic Spot of @TNW Conference #tnw2012 #TNWlive @ Amsterdam http://instagr.am/p/J4MktYi9_n/
    Thu, Apr 26 2012 05:38:40
  82. Share
    One night on stage! With Airbnb at thenextweb 2012 in Amsterdam! tnw.co/JSe9sC
    Thu, Apr 26 2012 06:20:05
  83. Share

    Thu, Apr 26 2012 04:13:21
  84. Share
    @mmeester Let’t keep in touch after #tnw2012 about some dev plans we have.
    Thu, Apr 26 2012 07:22:53
  85. Share

    Thu, Apr 26 2012 05:33:51
  86. Share
    Opening The Next Web Conference (TNW) 2012 by Boris Veldhuijzen van Zanten and Hermione Way
    Thu, Apr 26 2012 04:10:43
  87. Share
    HURRAY @amalucky „There are more women than EVER!!!“ #tnw2012 LOL!!!
    Thu, Apr 26 2012 06:14:27
  88. Share

    Thu, Apr 26 2012 04:42:35
  89. Share

    #TNW00t Awesome badges galore! #TNW2012 – http://moby.to/vjzxik
    Thu, Apr 26 2012 07:21:31
  90. Share

    Thu, Apr 26 2012 04:42:11
  91. Share

    Thu, Apr 26 2012 02:02:15
  92. Share

    Just 4 Letters of Separation needed for the Internet @TNW Conference #tnw2012p – http://moby.to/y86cot
    Thu, Apr 26 2012 04:21:56
  93. Share

    Thu, Apr 26 2012 01:50:46
  94. Share
    A good morning in Amsterdam means to have a good coffie. #tnw2012
    Thu, Apr 26 2012 02:25:51
  95. Share

    From #MunichAirport to #Amsterdam http://instagr.am/p/J2tTI8C9xY/
    Wed, Apr 25 2012 15:45:06
  96. Share

    Thu, Apr 26 2012 05:41:28

Fernsehen, wir müssen reden: Die Social-Media-Quote wirst Du nie erfüllen [UPDATE]

We Gotta Move These Color TV’s, Lord

– Dire Straits: Money For Nothing (1988)

Fernsehen war früher

Heute haben die Intendanten der ARD beschlossen bekanntgegeben, dass die vorabendliche Talkshow von Thomas Gottschalk abgesetzt wird. Zwar wird das ambitioniert gestarte Format „Gottschalk Live“ nicht sofort vom Bildschirm verschwinden, wäre es doch annähernd die Höchststrafe für die Produktion der Alt-Internationalen von Grundy gewesen, doch die Schwächen waren in den Wochen vor Ostern allzu offensichtlich geworden. In einem letzten Kraftakt hatten die Macher versucht, mittels der eilig im März eingekauften Unterstützung des erfahrenen Redakteurs Markus Peichl in der inhaltlichen Qualität nachzubessern. Dem Zuschauer wurde die inhaltliche Weiterentwicklung, die im Prinzip als eine Aktion hinter den Kulissen hätte bleiben müssen, recht durchschaubar als Umbau verkündet. Zudem hatte Peichl nichts Besseres zu tun, nach seinem Einstieg öffentlich die ARD zu kritisieren – auch ein Weg, in die Hand zu beißen, welche die Sendung ernährt, oder die zumindest den Rücken stärken könnte. Ansatzweise legte die Transparenz in Social Media über das interne Treiben nochmal zu, doch der beinahe schon flehende Duktus in den täglich neuen Offensiven kontakarierte die traditionelle Erwartungshaltung der Zuschauerschaft. Zudem war live auf einmal auch nicht mehr live, sondern on tape, weil Nachmittags aufgezeichnet, um munter zusammengeschnitten zu werden.

Und so kam es jetzt, wie es eigentlich kommen musste: Gottschalk mutierte live und trotz illustrer Gäste in einen lethalen Zustand. Immerhin können alle interviewten Gäste von sich behaupten, bei einem wohl einzigartigen Projekt dabei gewesen zu sein.

Die Harald Schmidt Show ereilte schon Ende März das gleiche Schicksal. Seine traditionelle Late-Night Show wurde nach der donnernden Rückkehr „in den Kreis der Familie“ von der Programmleitung des selbsternannten Kuschelsenders endgültig in die Geschichte Privatfernsehens verabschiedet. Dabei hatte die Redaktion sich des gefährlichen Themas digitale Interaktion mit dem Zuschauer fast schon rührend, weil so behutsam ingebunden, angenommen.

Wer erinnert sich angesicht dessen eigentlich an Kerner, der bei SAT.1 ohne weitere Worte abgesetzt wurde. Schon Mitte Dezember 2011 kam das engültige Aus für eine Talkshow mit Verbraucherthemen, die zuletzt irgendwo zwischen dem Konzept der ursprünglichen Version im ZDF, stern.TV, und akte 20.12 herumeierte. Deren Meta-Redaktion rund um Moderator Ulrich Meyer wird womöglich irgendwann einen Verdienstorden Medienpreis verliehen bekommen, angesichts solcher investigativen Arbeit in der toughen Welt zwischen Verbraucherabzocke und Verliereranwaltschaft. Es wirkt fast schon, wenn auch unfreiwillig, komisch, wenn die TV-Ermittler gerade dort einheizen eingreifen, wo die Verbraucher, die teilweise von Konsum und Gier getrieben, besonders und nicht zu knapp in Online-Fallen tappen. Das passiert ausgerechnet in jener Sphäre, in der sich alle vermeintlich allzu gut auskennen: Im Web, wo die digitale Freiheit für den mündigen Zuschauer so grenzenlos scheint.

Inzwischen kommt mir Art und Weise fast schon beschwörend vor, wie die ZDF-Sportredaktion für das aktuelle sportstudio immer wieder Samstags ausgerechnet YouTube als Kanal der Wahl per Trailer einbindet. Die Methode, Zuschauerbindung zu betreiben, indem die Amateure eigene Videos hochladen, um dann, ins Studio eingeladen, gegen die Fußball-Towand schießen zu können, ist nicht zu kritisieren, weil sie ihren Zweck erfüllt. Allerdings wirkt es schon wieder fast paradox, wenn analog dazu in Auftragsproduktionen von Unterhaltungsredaktionen mühsam, da gewollt, gerade noch erkennbar, bei Szenen mit Bildschirmansichten solche Tools wie Browser, Suchmaschinen á là Google und Video-Plattformen im Stil von YouTube optisch nachgebaut werden.

Eine traditionell konservative Erwartungshaltung an den Format-Fortschritt im Programmfernsehen wird eben nicht im Handumdrehen und per Dekret social. Warum ich dies so betrachte? Weil das Fernsehen jahrzehntelang und nicht nur in den Redaktionen und Intendanzen der öffentlich-rechtlichen Sender Programm konzipiert haben, die erstmal allen Zuschauern gefallen sollten, sondern die schlichtweg mit Fokus höchstmöglicher Einfachheit bei niedrigsten Einstiegsmomenten von oben herab verbreitet wurden.

Und weil umgekehrt solche mutig angegangenen Prozesse zur Entwicklung eines neuen Typus Fernsehens per Impetus Richtung Social Web nicht mal eben so entstanden sind, sondern mutig durchdacht und konsequent umgesetzt werden. So wirkte es im Nachhinein zumindest von außen betrachtet, etwa beim ZDF in der Redaktion Das kleine Fernsehspiel, in ZDF_neo, aber auch bei ProSieben. Die stärkste und wirksamste Initiative geht ohnehin von externen Produktionsgesellschaften sowie einzelnen Moderatoren aus, die inzwischen sogar Blogs betreiben, um sich wirksam zu vermarkten, dabei auch klug fokussiert im Dialog mit dem Zuschauer.

Einst – und berechtigt – war das Fernsehen ein Massenmedium. Der Hunger nach Social-Media-Aktivitäten zur Annährung, ja der Rückbesinnung auf die Zuschauer zeigt das Dilemma, in dem das TV als monodirektionales Medium steckt. Das Publikum ist und versteht auch sich selbst eben nicht als Quotenbringer für die Werbeumfeldgestaltung – mit anderen Worten: die Formate als Produkte der Sender -, sondern als anspruchsvoller, heterogener Dialogpartner, bei jeglicher Tausenderkontakt-Ansprache.

Das Fernsehen mit dem Produkt Programm, und darunter fallen etliche Formen herkömmlicher Talkshows, ist eben doch Gefangener seines konstruierten Bildes im Mix aus Realität und Fiktion, qua des mitunter erheblich angestaubten Programmauftrags für Bildung, Information, Unterhaltung, in Vielfalt unterschiedlicher politischer, religiöser, wissenschaftlicher und künstlerischer Meinungen, Richtungen und Strömungen auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene soll sichtbar werden.

– Ich meine: Fernsehen war gestern. Um im ehemaligen Gottschalk-Duktus zu bleiben: Wetten, dass es Fernsehen in der jetzigen Form in ein paar Jahren nicht mehr geben wird?! TV-Macher, gebt fein acht: Seitens der nächsten Generation wird gewiss nur noch digital mitgemacht. 

[Update, 20.04.2012] Ein eher sophisticated Essay hat Malte Welding dazu übrigens schon im März für die Berliner Zeitung verfasst: Stirbt das Land vor Langeweile? – Nun: ja.