Mediale Impressionen: Röttgen, Klub Konkret, Luhukay, Of Monsters And Men


Norbert Röttgen ist kein Opfer der Willkür von Bundeskanzlerin Angela Merkel’s Leitlinienkompetenz. Er ist ein Machtpolitiker, der sich schlichtweg taktisch – nicht strategisch – verzettelt hat. Im Zusammenhang interessiert die Wähler in Nordrhein-Westfalen, und nur diese, Europapolitik nicht. Nichtwähler zählen ohnehin nicht, einerseits wie andererseits. Und Wähler braucht die Regierungskoalition langfristig, wenn’s um die Wurst Bundestagswahl 2013 geht, ist ein, wenngleich ein nordrhein-westfälischer To-Go-Politiker mit 26,2 % Wählerzuspruch bei 59,6% Prozent Wahlbeteiligung momentan nicht hilfreich genug.

Die ARD hat, wie alle öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten, ein Generationenproblem hinsichtlich Programmgestaltung und Zuschauergunst. Die Lösung wird sicher nicht einzig und allein Social TV sein. Sowohl Joko & Klaas in neoParadise als auch rundshow erscheinen zwar gerade brennend, hell leuchtend, aber eben doch wie Stroh-Feuer.
Die fortlaufende Berichte über den State-of-Mind seitens des Elektrischen Reporter Mario Sixtus, der evangelisierende Partner-Auftritt der Mediathek-Redaktion zur re:publica 2012 – alles kleine Bausteine auf dem Weg, die Lücke zwischen Rentner-TV á là ZDF-Fernsehgarten und YouTube 24/7 und All Night Long zu schließen.
Das neue Format Klub Konkret, das am 2. Mai im ebenso neuen EinsPlus gestartet ist, wirkt wohltuend, überlegt, ambitioniert. Gute, weil brennende Themen, authentische, sichtbar handgemachte Begleitung im Social Web, keine – überflüssige – Überblogger-Begleitung zum Start, eine unprätentiöse, bisschen verspielte Moderatorin Franziska Storz und vor allem echte Menschen ohne jene Local Heroe-Attitüde. Das Magazin wirkt bislang sehenswert und passend, nicht nur weil es gesellschaftskrtisch und dosiert politisch ist, sondern da bisher offen und zukunftsweisend an Situationen und Themen herangeht wie die spanische Bewegung um die Proteste, sondern auf ganz positive Weise versucht, in Beiträgen und Interviews Lösungen zu finden.
Die verfügbaren Beiträge gibt’s auf YouTube; hier ist die Premiere-Folge zum Anschauen:

Jos Luhukay ist auf geheimer Mission: Er wird nun eine Aufgabe übernehmen, die von vornherein nicht von Otto Rehhagel zu lösen war – für Markus Babbel in seinem Sinne auch nicht. Der Job ist nicht, die Bundesliga-Mannschaft von Hertha BSC in die DFL-Bundesliga zu führen, sondern als Angestellter in der Geschäftsstelle von Michael Preetz zu wirken. Dessen Vorgänger Dieter Hoeneß habe ich einst in der Geschäftsstelle am Olympiastadion zufällig gemeinsam mit Uwe Seeler erlebt. Damals zu jetzt ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht, auch, wenn’s Berlin ist.

Die isländische Band Of Monsters and Men („Little Talks“) ist schön und schräg unterwegs, nun auf Tour, erstmal in Nordamerika. Kürzlich sind die Newcomer im Morgenmagazin aufgetreten, auf der „kleinsten Fernsehbühne“ Europas, wie Moderatorin mehrfach wie überflüssig betonte. Skurril ist auch die Promotion-Planung ihres Plattenlabels: Die sorgt dafür, dass die sympathischen Isländer im Westküsten-Hinterland von Vancouver über Washington und dem „Live 105 BFD“ in Mountain View – wer erinnert sich hierbei an Netscape? – und Denver in sommerlichen Rocky Mountains bis runter nach Arizona touren und zudem ab durch die Mitte von England. Da passt zwischendurch locker noch das Noorderzon Festival in Groningen – Eintritt frei – rein.

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